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Selbsttest nach der EMOSOPHIE®

Ist mein Partner ein Narzisst?

Fachliche Grundlage: Marion Kohn, „Keine Liebe“ (2018)

Was ist typisch für einen Narzissten, offen oder verdeckt? Die Welt dreht sich um ihn oder um sie. Nur ist das oft nicht offensichtlich: Nach außen sieht man wenig, in der Beziehungsdynamik zeigt es sich umso klarer, oft mit viel Leid, Selbstzweifeln und Verzweiflung. Du bildest dir das nicht ein. Dieser Test achtet auf die markanten Merkmale, die auch den verdeckten Narzissten zeigen, egal ob es um deinen Mann geht, um deine Frau oder um eine Beziehung, die längst vorbei ist. Gerade die verdeckte Form ist weit verbreitet. Es gibt eine Ursache und einen Weg, und deinen Teil kannst nur du lösen. Am Ende bekommst du eine Einordnung, keine Diagnose.

Um wen geht es?

Wir fragen nie nach einem Namen. Die Auswahl ändert nur, wie die Aussagen formuliert sind.

meine Mutter

26 Aussagen · etwa 4 Minuten · kostenlos · ohne Anmeldung · deine Antworten bleiben auf deinem Gerät und werden nicht gespeichert

Illustration zum Partner-Test: Eine Frau steht nachdenklich im Türrahmen der Küche und sieht zu ihrem Partner, der ihr abgewandt am Tisch sitzt und aufs Handy schaut.

Woran du einen Narzissten in einer Beziehung erkennst

Wer nach Narzissten-Symptomen sucht, findet überall dieselben zehn Merkmale eines Narzissten: Selbstbezogenheit, wenig Mitgefühl, das Bedürfnis nach Bewunderung, Empfindlichkeit gegenüber Kritik. Was in einer Beziehung tatsächlich zermürbt, steht selten auf diesen Listen. Es sind die kleinen, wiederkehrenden Momente: die Entschuldigung, die nie kommt. Der Fehler, der am Ende deiner ist. Die Nähe, die immer dann abbricht, wenn sie echt zu werden droht. Und das Gefühl, unter Druck zu setzen, sobald du überhaupt etwas erbittest. Marion Kohn beschreibt in „Keine Liebe" genau diese Zusammenstellung. Sie ist deshalb so wirksam, weil sie von außen kaum sichtbar ist. Nach außen kann derselbe Mensch charmant, hilfsbereit und beliebt wirken.

Ist mein Mann ein Narzisst? Woran du es erkennst

Die meisten, die diesen Test suchen, fragen nach ihrem Mann oder Ex-Mann. Das klassische Bild passt dazu: großspurig, dominant, empfindlich gegen Kritik. Wenn du das erlebst, wirst du dich in den Aussagen schnell wiederfinden. Doch auch bei Männern gibt es die leise Form, die kaum jemand auf dem Zettel hat: kein Poltern, sondern Rückzug, Kühle und der Fehler, der am Ende deiner ist. Der Test achtet auf beide Formen. Du wählst am Anfang aus, um wen es geht, deinen Mann, deinen Ex oder jemand anderen, und die Aussagen passen sich an.

Ist meine Partnerin ein Narzisst? Die weibliche, leise Form

Wer nach einem Test für die Partnerin oder die eigene Frau sucht, trägt oft einen doppelten Zweifel: an ihr und an sich selbst, weil das gängige Narzissmus-Bild männlich besetzt ist. Dabei ist das Muster kein Männerthema. Bei Frauen tritt es nur häufiger in der leisen, zurückgenommenen Form auf und fällt deshalb durch klassische Merkmalslisten. Dazu kommt die Verwechslung, die Marion Kohn beschreibt: Ausgerechnet die Aussagen zur Aufopferung werden angekreuzt, weil schon jede Kleinigkeit für andere als Last erlebt wird. Dieser Test prüft das gegen. Wähle am Anfang „meine Partnerin" aus, dann sind die Aussagen passend formuliert.

Der verdeckte Narzissmus, den die meisten Tests übersehen

Die laute Form kennt jeder: großspurig, dominant, ständig im Mittelpunkt. Sie ist der seltenere Fall. Häufiger und schwerer zu fassen ist die verdeckte Form. Sie tritt leise auf, oft sogar bescheiden oder verletzlich, und sie zieht sich zurück, statt anzugreifen. Wer die verdeckte Form mit einer klassischen Merkmalsliste sucht, findet sie nicht, weil ihr genau die auffälligen Merkmale fehlen. Dieser Test achtet deshalb zusätzlich auf eine bestimmte Kombination aus fünf Punkten, die Marion Kohn in ihrer Arbeit als typisch beschreibt. Treffen sie zusammen zu, wird das im Ergebnis eigens benannt, auch wenn der Rest unauffällig bleibt.

Toxische Beziehung oder Narzissmus? Was der Test unterscheidet

Viele, die hier landen, haben eigentlich nach einem Test für eine toxische Beziehung gesucht. Der Unterschied ist kleiner, als er klingt, und er ist wichtig: Toxisch beschreibt eine Wirkung, nämlich dass dir der Kontakt nicht guttut. Narzisstisch beschreibt ein Muster mit einer bestimmten Entstehungsgeschichte. Genau deshalb bleibt dieser Test nicht bei der Wirkung stehen. Er schaut, welches Muster hinter dem steckt, was dich erschöpft, und fragt am Ende ausdrücklich, wie es dir damit geht. Zeigt sich, dass es kein narzisstisches Muster ist, ist auch das ein Ergebnis, und zwar ein nützliches.

Warum der Test auch nach dir fragt

Die meisten Tests fragen nur nach dem anderen. Das ist verständlich und greift zu kurz. Nach der EMOSOPHIE® entstehen narzisstische und altruistische Muster aus derselben Wurzel, einem unaufgelösten Aus-der-Mitte-Konflikt. Der eine Mensch reagiert darauf, indem er die Verantwortung nach außen schiebt, der andere, indem er sie ganz auf sich nimmt. Beide Muster passen deshalb erstaunlich zuverlässig zusammen. Das heißt ausdrücklich nicht, dass du schuld bist. Es heißt, dass es einen Teil gibt, den du selbst in der Hand hast, und das ist die eigentlich gute Nachricht.

Wenn du wissen willst, wie du damit umgehst

Dieser Test beantwortet die Frage, was in dieser Beziehung eigentlich passiert. Er beantwortet nicht die Frage, wie du dich morgen früh verhalten sollst. Wer einen Narzissten in der Beziehung erlebt, sucht meist beides, und das ist berechtigt. Für den praktischen Teil gibt es eigene Seiten: zum Umgang mit Narzissten im Alltag, zu Abgrenzungstechniken wie der Grey-Rock-Methode, und zu dem, was nach einer Trennung typischerweise passiert. Die Links dazu findest du unter deinem Ergebnis. Wir haben das bewusst getrennt, weil Erkennen und Handeln zwei verschiedene Schritte sind und man den zweiten selten gut macht, solange der erste unklar ist.

Dasselbe Ergebnis gilt nicht für jede Beziehung

Ein Mensch kann gegenüber einer Person narzisstisch wirken und gegenüber einer anderen völlig anders sein. Marion Kohn beschreibt Fälle, in denen derselbe Mensch der Mutter gegenüber hart und verletzend ist und zum Vater herzlich und offen. Es geht nicht darum, wer ein Mensch ist, sondern darum, was zwischen zwei bestimmten Menschen entstanden ist. Deshalb fragt dieser Test am Anfang, um wen es geht, und deshalb sagt das Ergebnis nie „diese Person ist", sondern immer „in dieser Beziehung zeigt sich".

Alle 26 Aussagen im Überblick

Wenn du lieber erst liest, worum es geht, findest du hier den vollständigen Fragebogen. Im Test selbst erscheint jede Aussage einzeln, und du gibst an, wie oft du sie so erlebst.

Über diese Person

  • Wenn ich echte Nähe suche, blockt diese Person ab oder zieht sich zurück.
  • Diese Person zieht das eigene Ding durch, auch wenn ich damit ein Problem habe, und gibt mir keine Sicherheit.
  • Diese Person sagt nie ein ehrliches „Es tut mir leid".
  • Auf einen Fehler hingewiesen, wird diese Person kühl, entzieht sich oder schiebt es mir zu.
  • Wenn ich etwas erwarte oder erbitte, fühlt diese Person sich schnell unter Druck gesetzt, reagiert vielleicht sogar genervt und geht in Abwehrhaltung.
  • Wenn ich Kritik äußere, dreht diese Person es so, dass am Ende ich schuld bin, und scheint das selbst zu glauben.
  • Diese Person will meine Gefühle und Befindlichkeiten nicht sehen oder ist von ihnen überfordert.
  • Diese Person ist neidisch und missgünstig, auch mir gegenüber.
  • Diese Person redet über andere Menschen, als wären sie Idioten.
  • Diese Person wurde schon von anderen als narzisstisch bezeichnet.

Jetzt geht es um dich

  • Ich stelle das Wohl anderer über meines, weil ich von Herzen will, dass es dem anderen gut geht. Ich helfe gern und nicht, weil es erwartet wird.
  • Ich nehme mich zurück, weil ich mich nicht traue, meine Meinung zu sagen, oder weil ich denke, mein Bedürfnis sei nicht so wichtig. Oft weiß ich gar nicht, was ich will.
  • Ich klammere und bemuttere die Menschen, die ich liebe.
  • Bei Beziehungsproblemen nehmen meine Gedanken und Gefühle überhand. Ich bin darin wie gefangen und kann nicht loslassen.
  • Ich lasse mich eher von meinen Gefühlen leiten. In emotionalen Situationen fällt es mir schwer, den Verstand einzuschalten.
  • Emotionale Nähe kann ich nicht richtig zulassen.
  • Ich mache lieber einfach mein Ding, egal ob der andere damit ein Problem hat.
  • Ich entschuldige mich nicht. „Es tut mir leid" sage ich praktisch nie.
  • Fehler gestehe ich nicht ein, selbst wenn man mich darauf hinweist. Ich bleibe kühl, entziehe mich oder schiebe es dem anderen zu.
  • Ich fühle mich schnell unter Druck gesetzt, wenn jemand etwas von mir erwartet oder verlangt.
  • Dinge für andere zu tun, ist mir zu viel. Wenn ich es von mir aus tue, ist es in Ordnung, aber nicht, wenn es von mir erwartet wird.

Wie es dir damit geht

  • Ich fühle mich nicht gesehen, komme nicht dagegen an und leide darunter.
  • Ich zweifle immer öfter an meiner eigenen Wahrnehmung.
  • Ich richte mein Verhalten stark danach aus, Streit mit dieser Person zu vermeiden.
  • Es bringt nichts, wenn ich etwas sage. Es ist ein Kampf, meine Bedürfnisse bei dieser Person durchzusetzen.
  • Ich habe Angst vor dieser Person.

Häufig gestellte Fragen

Ist der Test kostenlos?

Ja, vollständig, ohne Anmeldung und ohne E-Mail-Adresse. Deine Antworten bleiben auf deinem Gerät und werden nicht gespeichert, solange du das nicht ausdrücklich willst.

Ist das eine Diagnose?

Nein. Der Test ist eine Orientierung und beschreibt Muster in einer Beziehung. Er stellt keine Diagnose und ersetzt keine Psychotherapie oder ärztliche Behandlung.

Wie lange dauert der Test?

Etwa vier Minuten. Es sind 26 Aussagen in drei kurzen Blöcken.

Woher stammen die Aussagen?

Aus der Praxisarbeit von Marion Kohn, der Begründerin der EMOSOPHIE®, festgehalten in ihrem Buch „Keine Liebe" (2018).

Kann ich den Test auch für meine Mutter oder ein anderes Familienmitglied machen?

Ja. Für deine Mutter gibt es inzwischen eine eigene Testseite, deren Fragen und Einordnung auf die Mutter-Beziehung zugeschnitten sind; die Auswahl „meine Mutter" oben führt dich direkt dorthin. Für Vater, Geschwister, ein erwachsenes Kind, Freunde oder jemanden aus der Arbeit wählst du hier aus, die Aussagen passen sich an, und das Ergebnis gilt immer für genau diese eine Beziehung.

Soll ich das Ergebnis meinem Partner zeigen?

Besser nicht. Ein solches Ergebnis in einer angespannten Beziehung führt selten zu einem Gespräch und oft zu einer Eskalation. Es ist für dich gedacht, nicht als Beweismittel.

Was ist ein verdeckter Narzisst?

Die leise Form. Sie tritt nicht großspurig auf, sondern oft zurückhaltend oder verletzlich, und zieht sich zurück statt anzugreifen. Typisch ist eine Kombination aus fehlender Entschuldigung, nicht eingestandenen Fehlern, abbrechender Nähe und dem Gefühl, sofort unter Druck zu stehen, wenn jemand etwas erwartet.

Und wie ist es bei dir selbst?

Beide Muster stammen aus derselben Wurzel. Wer wissen will, warum ausgerechnet er in solche Beziehungen gerät, sieht am besten auch auf die eigene Seite.

Bin ich ein Narzisst?